Kolumne: "Hope - Hoffnung" - In riesigen Buchstaben hat der Lichtkünstler Gerry Hofstetter dieses Wort auf das Matterhorn gezeichnet.

zurück zur Übersicht

(C) Light Art by Gerry Hofstetter / Foto Gabriel Perren

 

Hope - Hoffnung

In riesigen Buchstaben hat der Lichtkünstler Gerry Hofstetter dieses Wort auf das Matterhorn gezeichnet.

Ist es nur ein Wort? Ich glaube: Nein. Es ist mehr. Eine Sehnsucht. Eine Emotion. Eine Botschaft.

In über 600 Meter großen Buchstaben. Auf den bekanntesten Berg der Schweiz, wahrscheinlich sogar der ganzen Alpen.

Der Tourismusort Zermatt beauftragte Hofstetter im Frühling diesen Jahres, für sechs Wochen, zwischen dem 24. März und dem 19. April, das Matterhorn mit Symbolen, Schriftzügen und Länderflaggen zu beleuchten. Diese Projektionen waren mit bloßem Auge eigentlich kaum sichtbar - so gigantisch sind die Ausmaße des Berges, so groß sind die Entfernungen. Auf Bildern kamen sie jedoch deutlich zum Vorschein. Und diese Matterhornbilder gingen - begleitet von Botschaften der Hoffnung und der Solidarität in Zeiten der Corona-Krise - um die Welt.

Bilder können mehr sagen als tausend Worte. So ist es für mich auch hier: Es ist ein Bild der Hoffnung, das mitten in die Nacht hinein projiziert ist. Eigentlich macht die Nacht das Hoffnungsbild erst sichtbar. Lässt es erkennen.

Und zugleich ist dieses Bild ein Bekenntnis: Ihr da draußen seid nicht allein! Wir halten zusammen!
Diese Botschaft ging an alle Länder.
Auch an Deutschland.
Auch an den Iran.
Auch an China.
Auch an Russland.
Auch an die USA.
An die ganze, an die eine Welt.
Als Symbol für diese eine Welt wählte Hofstetter die einzelnen Flaggen aller Nationen.
In einer Nacht wählte er auch eine Weltkugel. Ein anderes Mal das Zeichen von zwei Händen, die in einer bittenden Geste zusammengeführt sind.
So wird deutlich, worum es geht:
Solidarität.
Einheit.
Hoffnung.

Wie wichtig sind doch solche Lichtzeichen.
Mitten in der Nacht.
Wie wichtig sind Botschaften, die die lebensfeindlichen Kräfte in unserer Welt entkräften können.
Hoffnung - steht da.
Und Hoffnung - wird lebendig, wird geschenkt.

Weil einer Einspruch erhoben hat. Für das Leben.
Er kommt in der Nacht zur Welt. Hier strahlt dieses Urbild der Hoffnung auf:
Gott wird Mensch. Um des Lebens willen.
"Freut euch! Fürchtet euch nicht! Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids." (Lk 2,11)
So hören wir in der Weihnachtsgeschichte.

Was für eine schöne und befreiende Botschaft, gerade jetzt:
Freut euch in die dunkle Nacht hinein.
Freut euch gegen allen Anschein.
Uns ist diese Hoffnung ins Herz geschrieben.
Gott selbst hat sie dahin gezeichnet.

Und deshalb: Lasst auch uns Bilder der Hoffnung projizieren.
In die Nächte dieser Welt.
An alle Berge.
Auf die Meere.
An die Wände der Häuser.
In die Zimmer.
In die Herzen der Menschen.

Wir sind so etwas wie "Projektoren" für die Hoffnung Gottes für diese Welt!
Wir werden gebraucht, solche Bilder zu zeichnen.
Und wir können es.
Denn der, der da kommt, legt sein Veto ein, gegen alles, was lebensfeindlich ist.
Er spricht sein unbedingtes JA zum Leben - und schenkt Hoffnung, die stärker ist als der Tod!

Ich wünsche Ihnen und Euch allen ein friedvolles, frohes und gesegnetes Weihnachtsfest
Ihr / Euer
Oliver Kösters

Weitere "Matterhornbilder" findet man unter:
www.zermatt.ch/Media/Pressecorner/Pressebilder-News/Matterhornbeleuchtung